Beiträge getagged mit Guerilla-Marketing

Szene des Grauens – Werber richten Blutbad an

Samstag Abend in der Herrentoilette eines Hamburger Nachtklubs. Das steril kalte Neonlicht flackert und erlischt – Stille. Der kurz komplett verdunkelte Raum ist für zartbesaitete Individuen bereits der erste Thrill. Doch das Herz schlägt immer schneller und der Adrenalinspiegel steigt weiter. Wenige Augenblicke später überflutet Schwarzlicht wie es von der Spurensicherung und den gängigen Krimi-Serien bekannt ist den Raum. Überall leuchten grell die Blutspritzer, Handabdrücke und Überreste einer Angst einflössenden Horrorszene auf. Eine Szene des Grauens, welche man so sonst nur aus den übelsten Horror-Schockern kennt. Angerichtet hat das inszenierte Blutbad das Hamburger Büro für interaktive und innovative Kommunikationsformen “Next” der Jung von Matt Agentur bereits im Frühjahr 2008. Ziel der interaktiven, mit Zeitschaltuhr und Bewegungsmelder gesteuerten Installation, war die Aufmerksamkeit auf den deutschsprachigen Pay-TV Sender 13TH STREET der NBC Universal Deutschland Gruppe zu richten. Der merkige Slogan „Sehen, was andere nicht sehen. 13TH STREET. The Action and Suspense Channel” wurde brilliant ungesetzt, zielgruppengerecht gesendet und hat sich an diesem Abend zweifelsohne in die Köpfe der Besucher eingebrannt. Nie war Pinkeln spannender!

Adrenalin-Kick beim Toilettengang

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Spass rettet die Welt vor dem Untergang

fun-theoryGewisse Individuen sind der Meinung Werbung sei langweilig oder Medienpräsenz koste astronomische Summen. Andere wiederum finden Marketing sei nur für die Konzerne nützlich die es einsetzen, sonst bringe es niemandem etwas. Die meisten aber werden sich einig sein, dass Advertising (so nach Duden das Fachwort für Werbung) mit Sicherheit unsere Welt, so wie sie nun einmal ist, nicht verbessern kann. Schade eigentlich. Manche mögen dies auch nach den folgenden cleveren PR-Coups der Stockholmer Agentur Tribal DDB noch denken. Aber wie bereits der französische Philosoph Voltaire gesagt hat: „Vorurteile sind die Vernunft der Narren“. Erstaunlich an den folgenden Ideen ist nicht nur ihre bestechende Einfachheit, sie sind auch ein sehr schönes Beispiel, dass Reglen, Gesetze und Gebote im Grunde schlechte Überzeugungsqualitäten aufweisen. Wer also, wie der Auftraggeber der „The Fun Theory“ Kampagne VW, die Welt mit umweltfreundlicheren Autos verbessern möchte, muss auf den Motor der menschlichen Motivation setzen und den Spassturbo zünden. Das gelingt der zum weltweiten Omnicom-Nezt gehörenden Agentur mit Sitz in der schwedischen Hauptstadt über vergleichsweise wenig Aufwand und umsomehr Aufsehen. Am besten aber überzeugen Sie sich selbst und gewinnen gleich 2500€ mit Ihrer eigenen Weltverbesserungstaktik unter: http://www.thefuntheory.com

Die übrigens von Dane Maxwell, Doyle Ned und Bernbach William 1949 gegründete Agentur, fusionierte im Jahre 1986 mit dem Unternehmen Needham Harper Worldwide und wurde zur derzeit existierenden, weltweit agierenden Agentur DDB Wordwide. Damals mit einer 14 köpfigen Belegschaft lanciert, zählt sie heute über 200 Büros in mehr als 90 Ländern und gehört nicht nur zu den angesehensten, sondern auch zu den grössten Agenturen der Welt.

Idee 1: Treppenpiano

Idee 2: Der tiefste Abfalleimer der Welt

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Migros setzt auf Guerilla-Marketing

Grosses Staunen gab es am 14. April dieses Jahres in vielen Schweizer Ortschaften, wo im Rahmen der Lancierung zur neuen Migros Marketing-Kampagne „Ein M besser“ der Buchstabe M von rund 60 Ortstafeln mit dem markant orangen Migros Markenzeichen überklebt wurde (http://www.migros.ch/kampagne). Zahlreiche Kritiker bemängelten, dass gerade die Migros es eigentlich nicht nötig hätte auf Guerilla-Marketing zu setzen und die offiziellen Strassenschilder für Werbezwecke zu missbrauchen. Als vorbildliches Unternehmen sollte die Genossenschaft, statt potenzielle Vandalen zum Nachahmen solcher Aktionen zu motivieren, doch lieber auf traditionellere Methoden der Werbung setzen. Harte Worte für eine so überzeugend kreative Idee die, schweizerisch sauber bis ins Detail geplant, am selben Abend ebenso plötzlich wieder restlos verschwand wie sie am Morgen zuvor aufgetaucht war. Immer wieder sind es leider solche notorischen Nörgler die innovative Unternehmen daran hindern auch neue Wege einzuschlagen und nicht selten kreative Meisterwerke aus Angst vor ein bisschen Kritik im Keime ersticken. Umso schöner hat sich die Migros Genossenschaft trotz voraussehbaren Kleinigkeiten doch zum innovativen Vorschlag entschlossen und die Kampagne mit der Zürcher Agentur Jung von Matt/Limmat erfolgreich umgesetzt. Möglicherweise waren die vereinzelten Kritiker aber auch von der Werbebrache und lediglich ein wenig enttäuscht, dass sie nicht selbst auf diesen frischen Einfall gekommen waren, sondern das Schweizer Büro (Jung von Matt/Limmat) der 1991 gegründeten Hamburger Werbeagentur Jung von Matt.

Hier zwei Bilder von der Migros Homepage:migros1

migros2

Sehr spannend ist neben der aktuellen Kampagne übrigens auch mal eine kleine Zeitreise ins Werbemittelalter. Unter dem Migros Online-Werbearchiv kann man einen Blick auf bald 60 Jahre Migros Spots werfen. Ein Besuch lohnt sich:
http://www.migros.ch/DE/Ueber_die_Migros/Werbung_und_Sponsoring/Werbung/Seiten/Werbespots.aspx

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